FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstagmorgen mit einer freundlichen Tendenz aufwarten. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex Dax signalisierte knapp eine Stunde vor Eröffnung ein Plus von 0,28 Prozent auf 12 522 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx deutete sich eine um rund 0,3 Prozent höhere Eröffnung an.

Am Freitag hatte es der Dax erstmals seit Juli wieder über 12 500 Punkte geschafft. Nach einem leichten Dämpfer im Zollstreit zwischen den USA und China konnte er die Gewinne zum Wochenstart aber nicht halten. Charttechnisch bleiben Experten dennoch optimistisch. Für frische fundamentale Impulse könnten am späten Vormittag die ZEW-Konjunkturerwartungen sorgen.

Aus Unternehmenssicht richtet sich der Fokus zunehmend auf Geschäftszahlen von Unternehmen, die etwa von Hellofresh und Klöckner & Co mit höchst unterschiedlicher Tendenz geliefert wurden. Am frühen Nachmittag läuten dann die US-Banken die Berichtssaison ein.

Der Kochboxenversender Hellofresh wird für das laufende Jahr zuversichtlicher. Sowohl beim Betriebsgewinn als auch beim Umsatz erwartet das Unternehmen jetzt mehr als zuletzt. Grund für den zunehmenden Optimismus ist das dritte Quartal, das besser lief als erwartet. "Eine erneut starke Vorstellung des Unternehmens", kommentierete ein Händler das Zahlenwerk. Die Aktien schnellten im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag um mehr als 7 Prozent nach oben. Damit nehmen die Anteilscheine Kurs auf ihr Rekordhoch von 15 Euro aus dem Sommer 2018.

Dagegen enttäuschte der Stahlhändler Klöckner & Co mit einer erneuten Gewinnwarnung. Jetzt sieht das Unternehmen den operativen Gewinn (Ebitda) im Jahr 2019 vor Sondereffekten nur noch bei 120 bis 130 Millionen Euro. Zuvor standen 140 bis 160 Millionen Euro auf dem Zettel. Klöckner begründete den Pessimismus mit einem schwachen vorläufigen Quartalsergebnis. Nach der dritten Gewinnwarnung des Stahlhändlers in diesem Jahr könnte der Markt die Klöckner-Aktie nun als "hoffnungslosen Fall" ansehen, fürchtete ein Händler am Morgen. Die Klöckner-Papiere sackten auf Tradegate um 7,6 Prozent ab./edh/mis